Eifelregio.net 23.07.2014 Manderscheid Manderscheid Eifel, Eifelregion, Manderscheid, Eifel, Natur, Genuss, Kultur, Erlebnis, Übernachten, Einkehren, Wandern, Radfahren, Aktivitäten, Veranstaltungen,

Manderscheid

Kaum eine Werbebroschüre der Eifel kommt ohne ein Bild der Manderscheider Burgen aus. Zu schön sind die zwei hintereinandergestaffelten Ruinen mitten im Wald als romantisches Motiv. Dass zwischen ihnen das tief eingeschnittene Tal der Lieser liegt und die Burgherren im Mittelalter Erzfeinde waren, kommt noch hinzu.

Das Liesertal ist ein beliebtes Wandergebiet, das aber nicht unterschätzt werden sollte. Es geht stetig auf und ab, über Stock und Stein und ziemlich schattig ist es auch. Dennoch: Der in Manderscheid startende untere Teil des Lieserpfads gilt zwar als schwierig, aber auch als der schönere (der obere Lieserpfad beginnt in Daun).

Die Burgen liegen in Niedermanderscheid, der größere Ort Manderscheid ist ein netter, in der Saison ziemlich lebendiger Ort, mit Kurpark, Cafés und einigen Kunsthandwerksläden.

Meerfelder Maar

Radler kommen auf schattigen Wegen mit moderater Steigung von Daun auf dem Kosmosradweg zum Meerfelder Maar (21 km). Ein Spazierweg führt vom Dorf, wo man gut Kaffee trinken kann, um den See, der stellenweise dicht mit Seerosen bewachsen ist. Angeln und Ruderbootverleih.

Mosenberg-Vulkan

Der Mosenberg ist eine markante Silhouette, die weithin zu sehen ist: fünf Ausbruchsstellen, drei Krater, mehrere Maare, ein Kratersee, etwa 29.000 Jahre alt und eine der beeindruckendesten Vulkangruppen der Eifel überhaupt.

Vom Parkplatz auf der Nordwestseite in Sichtweite von Bettenfeld kann man auf kurzem Weg zum Windsborn, dem Mosenberg-Kratersee, aufsteigen. Ja, es geht hoch, nicht "runter zum See". Das ist schon ungewöhnlich, und: Dieser Kratersee ist der einzige nördlich der Alpen! Der See – ohnehin von bescheidener Größe – ist dabei zu verlanden; seit den 1930er-Jahren hat er bereits die Hälfte Wasser verloren und ist nur noch ca. 1,60 m tief. Er speist sich ausschließlich aus Oberflächenwasser und es gibt keine Fische, aber eine Fülle von Libellen, die vielleicht deshalb besonders zahlreich sind, weil es keine Fische gibt. Infotafeln beschreiben, welche Pflanzen am Windsborn wachsen und natürlich die diversen Libellenarten.

Wer noch Puste hat, kann aufsteigen bis zum Vulkangipfel (517 m), skurrile Lavafetzen begleiten den Weg. in der Nähe liegt ein Aussichtspavillon, von dem sich ein toller Blick Richtung Manderscheid bietet.

2,8 km östlich von Bettenfeld, 5 km Wanderung ab Manderscheid

Manderscheid

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Das Manderscheider Burgen-Duo bildet eine der schönsten romantischen Kulissen in der Eifel. Es ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv - es dokumentiert mittelalterliche Eifelgeschichte. Die Burgen die sich Auge in Auge gegenüberliegen trennte eine tiefe Feindschaft und das tiefe Tal der Lieser, die im Mittelalter Grenzfluss zwischen den Territorien von Kurtrier und Luxemburg war. Die beiden verfeindeten Regionalmächte stritten im Süden der Eifel um die Vorherrschaft, wobei meistens Trier die Oberhand hatte und sich große Gebiete einverleiben konnte.

Kampf zwischen den Burgen

Die ältere, die Oberburg, soll schon vor 973 bestanden haben, als sie das erste Mal erwähnt wird. Eine der ältesten Eifelburgen überhaupt, kam sie als Schenkung des Karolingerkaisers an das Kloster Echternach, und die Äbte setzten Vögte ein. Die nahmen bald Besitz von der Burg und etablierten sich als die Herren von Manderscheid. Als knapp 200 Jahre später dem Erzbischof Albero von Trier als Ergebnis einer Fehde mit dem Luxemburger Grafen die Oberburg in die Hände fiel, zogen die Herren von Manderscheid notgedrungen um: Sie waren dem Grafen von Luxemburg lehnspflichtig und nun hier unerwünscht.

Sie bauten ab 1157 die benachbarte Niederburg zu einer erstklassigen Konkurrenz-Festung aus. An der Niederburg scheiterte sogar die Belagerung durch den gefürchteten Balduin von Trier, über zwei Jahre lang, von 1346 bis 1348. Die Trierer mussten wieder abziehen.

Die Manderscheider Oberburg zerstörten erst französische Truppen im 17.Jh. Geblieben ist der weithin sichtbare fünfstöckige Bergfried, den man besteigen und die Aussicht genießen kann. Die jüngere Niederburg wurde Ruine durch Vernachlässigung. Seit Anfang des 17.Jh. als Stammsitz der Familie aufgegeben, verfiel die Niederburg.

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Immerhin ist von der einstigen Pracht noch einiges übrig: der Bergfried (Turm), Palas, Ringmauern und der angrenzende Burgort Niedermanderscheid. Der Burgenverein veranstaltet jedes Jahr im August ein Burgenfest mit Turnieren und viel Spektakel (das 2020 wegen Corona ausfallen musste).

Burgstraße/Hermann Höfer-Allee, 56651 Niederdürenbach-Hain, www.niederburg-manderscheid.de, Infos zur Geschichte der Burgen: www.burgenverein-manderscheid.de, vom Frühjahr bis einschließlich 31.Oktober 2020 Mi–Mo 10.30–17 Uhr, Erw. 3 €.

Wandertipp: Ein 20minütiger Weg führt von Burg zu Burg. Etwas länger ist der 5,4 km lange Rundwanderweg Manderscheider Burgenstieg (ab/bis Kurhaus), der von mehrerern Aussichtspunkten (Belvedere, Kaisertempelchen, Auf-/Abstiege insgesamt 219 m) immer wieder neue Burgpanoramen eröffnet.


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